„Trotz Behinderung den Kopf über Wasser halten.“

Dieses Jahr hat die Stiftung u.a. ein Summercamp in Tabgha am See Genezareth für behinderte junge Erwachsene aus einem Selbsthilfe-Programm in Bethlehem unterstützt. Dieses Programm für Mitarbeiter der Werkstatt Ma‘an lil Hayat in Bethlehem haben der Deutsche Verein fürs Heilige Land und Johannes Roelofsen, Deutsche Behinderten Not-Hilfe e.V. Straelen, vorbereitet und begleitet. Von ihnen bekamen wir Berichte.

Das Summercamp für die Arche in Bethlehem fand vom 19.-24.8. 2019 zum 5. Mal in Tabgha statt. (Dies war der Überlieferung und dem Neuen Testament nach der Ort des Wunders der Vermehrung der Brote und Fische und der vierten Erscheinung des auferstandenen Jesus).

Bis zum geplanten Beginn war es nicht sicher, ob die Gruppe aus Bethlehem von der israelischen Armee die Genehmigung zum Grenzübertritt bekommen wird. Das kannten wir schon von früheren Programmen im Friedensdorf für Teilnehmer aus den besetzten Gebieten.

Am 19. August 2019 kamen 27 Menschen mit Behinderungen, ihre Betreuer und 10 Freiwillige nach Tabgha. Sie kamen aus sehr unterschiedlichen Verhältnissen und verbrachten in Tabgha fantastische Tage. Vor allem für Menschen, die in Flüchtlingslagern leben, ist das friedliche Tabgha ein Ort, von dem sie nicht mehr wegwollen.

Sie kamen vom Lager Dehashe, wo jede Nacht Zerstörung wütet, auch aus den Lagern Aza und Aida mit sehr engen Straßen, wo die Menschen aneinandergepresst leben und Konflikte zwischen den Familien unvermeidlich sind. Einige von ihnen leben auf der Straße oder bei ihren Brüdern oder Schwestern. Rateb, ein junger Mann, zeigte uns seine Wunden auf dem Rücken.

An den meisten Tagen in Tabgha war Schwimmen, etwas Sport, gutes Essen und Ausruhen das übliche Programm. Auch das Reinigen des Schwimmbeckens war eine wichtige gemeinsame Aktivität. Für die behinderten Palästinensern mit ihren Betreuern und die deutschen Praktikanten, deren Kosten von der Initiative Integratives Leben aus Sonsbeck getragen wurden, war das eine unvergessliche Zeit, von der alle ein Jahr lang geträumt haben. Es ist unglaublich, wie schnell und problemlos die deutschen Helfer in der Gruppe integriert waren.

An drei Tagen gab es besondere Veranstaltungen.

Zuerst ein Konzert von Fadi Deeb, Pianist aus Nazareth. Bei klassischer Musik teilte er seine Freude mit den Zuhörern. Alle hörten ruhig und aufmerksam den Klängen von Bach und Chopin zu. Bei Volksliedern sangen sie begeistert mit.

Am 2. Tag gab es ein hervorragendes Abendessen. Im Beit Noah, wie der Ort auch genannt wird, gibt es einen sehr schönen Grillplatz. Alle halfen zusammen bei der Zubereitung verschiedener Salate und des Fleisches, sie aßen zusammen und dankten Gott für seine Gaben.

Am nächsten Tag stand ein Ausflug auf dem Programm. Mit dem Bus ging es dem See entlang nach Tiberias. Nach einem gemeinsamen Essen in einem Fischrestaurant gab es noch eine Fahrt auf dem See mit dem Schiff „Ledo“. Einige fürchteten, das Boot könne sinken. Aber nach dem Start waren alle ruhig und froh. Die Schifffahrt war für alle eine tolle und bleibende Erfahrung.

Wir freuen uns, dass wir zur körperlichen und seelischen Erholung der behinderten Mitarbeiter des Selbsthilfe-Programms Ma‘an lil Hayat in Bethlehem beitragen konnten und danken noch einmal allen, die dies durch ihre Zuwendungen auch schon in vergangenen Jahren ermöglicht haben.

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