Waldbrand bei Neve Shalom – Wahat al Salam – Soforthilfe bei Feuersnot

Waldbrand bei Neve Shalom – Wahat al Salam

Das Feuer bei Neve Shalom
Das Feuer bei Neve Shalom

Aus Israel Heute vom 22. November 2016:

Waldbrand bei Latrun – „In der Nacht ist in der Nähe von Latrun ein Großbrand ausgebrochen. Starker Wind trieb das Feuer immer weiter und erschwerte die Löscharbeiten. Der Ort Neve Shalom wurde evakuiert.

60 Löschmannschaften und mehrere Löschflugzeuge versuchten, das Feuer unter Kontrolle zu bringen.

Die 270 Einwohner des Ortes Neve Shalom mussten den Rest der Nacht auf dem Feld oder in ihren Autos verbringen. Als Vorsichtsmaßnahme wurde entschieden, die Häuser von Neve Shalom zu evakuieren, da man ein Übergreifen des Feuers auf den Ort befürchtete.

140 Feuerwehrleute und 10 Löschflugzeuge waren im Einsatz, nach mehreren Stunden gelang es, das Feuer unter Kontrolle zu bringen. Die starken Winde hatten die Arbeit der Feuerwehr sehr erschwert. In den nächsten Tagen werden starke Winde mit einer Geschwindigkeit von bis zu 80 Stundenkilometer erwartet.

Mails aus dem Dorf dazu von Evi Guggenheim-Shbeta und vom Gemeindedirektor Eyas Shbeta.

 

Evi schrieb:

In der vergangenen Nacht brach im Wald bei unserem Dorf ein Feuer aus. Feuerwehr, Polizei und Rettungskräfte kamen und bekämpften Stunden lang die Flammen. Die Dorfbewohner auf der Waldseite mussten ihre Häuser gleich verlassen und wir alle versammelten uns in der Lobby des Gästehauses. Das ganze Dorf war in Rauch gehüllt und manchmal landeten Funken zwischen den Häusern. Ein kleinerer Brandherd bei der Schule wurde von uns Gott sei Dank gleich bemerkt und gelöscht. Die meisten von uns haben nicht viel geschlafen in dieser Nacht. Ungefähr um 03.00 Uhr wurden wir alle evakuiert, weil das Feuer näher kam.

Die meisten Dorfbewohner versammelten sich unten an der Kreuzung. Nach Sonnenaufgang mussten wir weiter weg und wurden freundlicherweise in der Gemeindehalle eines benachbarten Moshavs aufgenommen. Bis zum Mittag durfte niemand ins Dorf zurück. Glücklicherweise sind keine Häuser beschädigt und niemand wurde verletzt. Der Feuerwehr gelang es unter großem Einsatz, das Feuer auf Abstand zum Dorf zu halten – trotz des trockenen starken Windes, den wir bereits seit ein paar Tagen haben. Etwa 60 Hektar Wald sollen verbrannt sein, die Ursache ist noch unbekannt.

Während der Nacht und des heutigen Tages war das Feuer bei uns Hauptthema in den Nachrichten und einige Dorfmitglieder wurden über ihre Erfahrungen interviewt. Samah Salaime, Vorsitzende des Bildungsausschusses, erklärte in den Channel 10 Nachrichten: „Das Feuer kam so plötzlich, dass unser Dorf binnen Kürzestem voller Rauch war. Die Rettungskräfte gingen von Haus zu Haus, um die Bewohner zu evakuieren. Alle Dorfbewohner wurden zuerst zum Dorfeingang geschickt und mussten dann das Dorfgelände ganz verlassen. Hinter uns brannte der Wald; Rauchwolken quollen daraus hervor. Wir waren zutiefst besorgt; denn unser Lebenswerk und 40 Jahre gemeinsamer Arbeit waren existenziell bedroht.

Obwohl dies für uns alle hier eine traumatische Erfahrung war, als wir um 03.00 Uhr alle evakuiert wurden, sprachen die jüdischen und arabischen Dorfbewohner einander Mut zu. Dieser Moment existenzieller Bedrohung hat unsere Überzeugung noch stärker gemacht, dass wir einen gemeinsamen Auftrag haben. Wir werden weiterwachsen, miteinander leben und unsere Kinder dazu erziehen, dass sie miteinander friedliche Partnerschaft leben – sogar, wenn um uns herum alles in Flammen steht, sei es physisch oder psychologisch.“

Wir danken Euch allen, die Ihr von dem Feuer gehört und uns in diesen Tagen unterstützt habt. Eure Unterstützung ist ein großes Geschenk.                               Evi Guggenheim-Shbeta

 

Eyas schrieb:

… Am heutigen Mittwochmorgen bläst der Wind immer noch sehr stark und es gibt immer noch kleine Brandherde im nahe gelegenen Wald. In anderen Teilen des Landes, z.B. bei Nataf, gibt es weitere Waldbrände und die Einwohner mussten evakuiert werden. Auch bei uns stehen noch Feuerwehrautos im Dorf; eines eben vorbei gefahren, während ich dies schreibe.

Das Dorf ist schon immer sehr anfällig für Waldbrände gewesen, und was jetzt geschehen ist, zeigt umso mehr, wie dringend wir hier den Brandschutz verbessern müssen. Das Feuer auf dem Schulgelände Montagnacht hat gezeigt, dass das Dorf durch Funkenflug bedroht ist, auch wenn der Brandherd selbst das Dorf noch nicht erreicht hat; Gebüsch und Bäume können leicht in Brand geraten. Die jungen Leute in unserem Dorf haben die Schule gerettet – sie haben zusammen mit den Feuerwehrleuten die Flammen gelöscht.

Die Schule war gestern geöffnet, obwohl nicht alle Eltern sich trauten ihre Kinder zur Schule zu schicken. Ein paar Fotos im Anhang zeigen die Schulleiterin, einige Lehrer und Schüler, die miteinander leicht entflammbares trockenes Gestrüpp und Laub fortbringen um weiteren Schaden zu vermeiden.

Beim Reinigen des Schulgeländes

Mehr Fotos unter http://photos.wasns.org/index.php?/category/856

Angesichts dieser Lage möchten wir gern Bäume und Büsche zurückschneiden und einige brandanfällige Bäume fällen. Bisher haben uns die hohen Kosten davon abgehalten, diese Maßnahmen durchzuführen. Man braucht dafür schweres Gerät wie Kräne und ausgebildete Kranführer. Angeforderte Kostenvoranschläge veranschlagten etwa 40.000$ für diese Maßnahmen (ggf. senden wir gern diese Kostenvoranschläge bzw. Rechnungen von erfolgten Arbeiten).

Ich möchte anfragen: Können die Freundeskreise zusammen vielleicht diesen Betrag aufbringen? Bitte lassen Sie mich wissen, ob ein Beitrag für diese Maßnahmen möglich ist.

Mit den besten Wünschen     Eyas Shbeta

Soforthilfe

Die Bruno-Hussar-Stiftung hat auf die Bitte aus dem Friedensdorf für den Brandschutz 7.300 € überwiesen, davon kamen 5.300 € von der Stiftung und 2.000 € vom Verein der Freunde von Neve Shalom – Wahat al Salam. Auch wenn der Brand nun vorbei ist, die Gefahr bleibt aber, da der Wald aus leicht entflammbaren Nadelhölzern direkt an das Dorfgelände, konkret das der Schule angrenzt.