Humanitäre Hilfe für notleidende Menschen in Palästina

Wegen der augenblicklich so großen Not in den palästinensischen Gebieten hat die Stiftung zuerst einen Hilferuf aus dem Friedensdorf aufgenommen und unterstützt zur Zeit deren

Humanitäre Hilfe für notleidende Menschen

in Palästina und Israel. Aus den Erträgen der Stiftung und Spenden, die dafür eingehen, unterstützt sie die Hilfsaktionen, die ein Team von Freiwilligen aus Neve Shalom/ Wahat al Salam (u.a. Ärzte, Krankenpfleger und Apotheker) an arbeitsfreien Samstagen in Dörfern der Westbank leistet, die von medizinischer Versorgung abgeschnitten sind und auch sonst Not leiden.

Was am 13.4.2002 als spontane Hilfsaktion aus eigenen Mitteln für das Nachbardorf Beit Sira auf der anderen Seite der Grenze begann, wird inzwischen regelmäßig durchgeführt und auch von Freunden aus dem In- und Ausland gefördert.

Weitere Hilfstage, oft unter äußerst schwierigen Bedingungen, führten mehrfach u.a. nach

▪   Beit Liquia und

▪   Al Media bei Ramallah

▪   Nablus

▪   Shibteen

Zur Linderung der Not brachte man nicht nur Medikamente und Erste-Hilfe-Sets, sondern auch Nahrung, vor allem Babymilch und Kleidung mit.

Das Mädchen Malak

In den Dörfern trafen die Helfer auch leidende Kinder an, deren Behandlung nur in Krankenhäusern möglich war. Als Folge eines häuslichen Unfalls der Körper der fünfjährigen Malak zu 60% von Brandwunden bedeckt. Man brachte sie 2002 in das Unfallkrankenhaus Tel Hashomer bei Tel Aviv. Wir trugen zu den hohen Kosten der Operation und der jahrelangen Rehabilitation bei.

 

Inzwischen geht Malak in die Schule, benötigt aber immer wieder die Hilfe von Ärzten bei kleineren Operationen. Physiotherapeuten, deren Kinder in der Schule des Friedensdorfes sind, haben mit dem Kind im Friedensdorf gearbeitet, was eine große Hilfe war. Zwei Kinder aus den betreuten Dörfern wurden im Schneider Hospital in Petach Tikvah in Israel am Herz operiert.

Durch den inzwischen sehr fortgeschrittenen Bau der hohen „Sicherheitsmauer“ wurde die humanitäre Hilfe sehr erschwert.

 

Bericht Dezember 2010

Durch die Unterstützung der Rainer-Raab-Stiftung konnte das Projekt “Humanitäre Hilfe” von Neve Shalom/Wahat al Salam verletzten Kindern in der Westbank die benötigte medizinische Behandlung ermöglichen. In Zusammenarbeit mit der Organisation “Future Generation Hands”, einer örtlichen NGO mit Büros in Nablus and Ramallah, konnte das Programm “Kinder Opfer von Krieg” jungen Palästinensern helfen, die während der Zweiten Intifada unterschiedliche physische und psychische Verletzungen erlitten hatten.

Mahmoud Abu Saleh ist aus Nablus und jetzt 18 Jahre alt. Er war 15, als er durch eine Gummi Kugel während der Zweiten Intifada am Kopf verwundet wurde. Er wurde nacheinander in Nablus, Jordanien und Israel behandelt und kam schließlich nach Nablus zu intensiven und teueren Maßnahmen physischer Rehabilitation zurück. Mahmouds rechte Körperhälfte ist teilweise gelähmt. Er benötigt Beschäftigungstherapie und die Verpflanzung von Muskelsehnen. Das Projekt “Humanitäre Hilfe” sichert Mahmoud die Fortsetzung seiner Behandlungen, damit er nach erkennbarer Verbesserungen seines gegenwärtigen Zustands zu einem normalen Leben zurückkehren kann. NIS 22,500

 

Jihad Halil, 17, stammt aus Haifa und lebt als palästinensisches Flüchtlingskind mit seiner großen Familie im Flüchtlingslager Jenin. 2002 erlitt er schwere Verletzungen durch ein Panzergeschoß. Dies führte zur Amputation seines linken Beines, zur vollständigen Lähmung seiner linken Hand und zur vollständigen Beschädigung einer seiner Nieren. In verschiedenen Krankenhäusern in Palästina, Jordanien und Pakistan, wo er eine Nierenverpflanzung erhielt, wurde er gut versorgt. Das reichte aber nur für zwei Jahre. Jihad braucht nun eine richtige Behandlung seiner Niere, eine Beinprothese, die periodisch gewechselt werden müsste, und während des Verlaufs auch unterstützende psychologische Rehabilitation. Durch das Programm “Kinder Opfer von Krieg”, wird das Projekt “Humanitäre Hilfe” Jihad mit einer Prothese des linken Fußes versehen und ihm die psychologische Betreuung ermöglichen, die er so dringend braucht. NIS 13,500

Bisan Al-Saadi ist ein zehn Jahre altes palästinensisches Mädchen aus dem Flüchtlingslager Jenin. Durch eine Schusswunde wurde ihr Körper unten gelähmt. Sie hat Schwierigkeiten sich zu konzentrieren und zu sprechen. Trotz vieler Behandlungen in Krankenhäusern in Palästina und Haifa hat sich ihre Situation leider nicht verbessert und für weitere Hilfe konnte ihre Familie die Mittel nicht aufbringen. Als Ergebnis der medizinischen Untersuchungen benötigt Bisan einen elektrischen Rollstuhl. Das Projekt “Humanitäre Hilfe” und seine örtlichen Partner sind nun dabei sie mit einem elektrischen Rollstuhl zu versehen und die psychologische Betreuung sicherzustellen, die sie so äußerst dringend braucht. NIS 26,500

Zu den Gesamtkosten der drei Rehamaßnahmen von 62.500 NIS = € 12.842,64 (04. Dezember 2010 war 1 EUR = 4,8666 NIS) hat die Rainer-Raab-Stiftung € 10.000,- beigetragen. Wir danken ihr auch im Namen der behandelten verletzten Jugendlichen und des Projekts “Humanitäre Hilfe” von Neve Shalom/Wahat al Salam sehr für die Unterstützung.